Bezirksliga

2011 / 2012

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Erste: Spvgg. Besigheim – TSV Phönix Lomersheim 4:3 (3:2)
Unglaubliche Auswärtsniederlage trotz frühen 2-Tore-Vorsprungs
 
Coach Piayda veränderte seine Startelf auf einer Position: Nach vierwöchiger Zwangspause aufgrund eines Muskelfaserrisses gab Thomas Fischer sein Startelf-Comeback auf dem linken Flügel. Arne Körner rückte dafür von links in die Innenverteidigung, wo Abwehrchef Sören Brüstle aufgrund einer OP für den Rest der Saison ausfällt. Ansonsten erhielt die Startelf der letzten Wochen das Vertrauen des Trainers. Auf der Bank standen Sven Kamptmann (Angriff), Eros Schembri (Mittelfeld), Benjamin Genttner (Abwehr) sowie Pietro Morgante (Tor) zur Verfügung.
 
Gelb-Blau 25 Minuten wie aus einem Guss und dennoch zur Pause hinten
Die Gastgeber aus Besigheim brauchten dringend einen Dreier, weshalb man sich auf heftige Gegenwehr eingestellt hatte. Doch vom Überlebenskampf der Heimelf war zunächst nichts zu sehen – zu stark spielte das Team aus Lomersheim. Die Elf vom Wässerle ließ den Gastgebern keine Luft zum Atmen und dominierte das Spiel quasi nach Belieben. Nach einigen ersten Warnschüssen, die der Besigheimer Torhüter parieren oder die Abwehr blocken konnte, setzte sich Thomas Fischer 20 Meter vor dem Tor gegen einen Verteidiger durch und konnte auf seinem Weg zum Tor nur durch ein Foulspiel gestoppt werden. Freistoß für Phönix aus 18 Metern Torentfernung halblinker Position – wie geschaffen für Schnibbelkönig Michael „Fanta“ Walter, der den Ball gefühlvoll über die Mauer hinweg zum 0:1 in den linken Torwinkel zirkelte (6.). Lomersheim spielte danach weiter druckvoll nach vorne und hatte gefühlte 70% Ballbesitz. Zunächst scheiterte Roller nach Maßflanke von Münchinger per Kopf, dann verzog er nach Diagonalball von Fischer knapp. Doch Phönix blieb dran und Sören Christofori verlieh der gelb-blauen Dominanz elf Minuten nach dem Führungstreffer Ausdruck, als er aus gut 20 Metern den Hammer auspackte und die Murmel mit reichlich Vehemenz ins linke Kreuzeck nagelte (0:2, 17.). Das Spiel schien früh entschieden; Besigheim schien zu schwach und Lomersheim einfach zu überlegen. Lomersheim machte weiter Druck und hätte nach 19 Minuten einen klaren Foulelfmeter zugesprochen bekommen müssen, als der aufgerückte Alexander Riede im Strafraum deutlich sicht- und hörbar von den Beinen geholt wurde. Keine drei Minuten später die nächste krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters: Nach einer Kopfballverlängerung des Sturmführers der Heimelf auf seinen Mitspieler wurde dieser von Carl Knöller abgelaufen und die Situation schien bereinigt. Doch zog der Besigheimer Angreifer Knöller anschließend klar am Trikot und trat ihm dann gleich zweimal in die Hacken bis der gelb-blaue Koloss ins Wanken geriet und schließlich zu Boden ging. Der Weg war damit frei und Wächter im Eins-gegen-Eins chancenlos (1:2, 21.). So stand es plötzlich nur noch 1:2 statt 0:3, was dem Spielverlauf deutlich mehr entsprochen hätte. Phönix schien zwar nicht geschockt und spielte weiter nach vorne, doch schlichen sich nun teilweise Fehler ins bislang hervorragende Spiel der Piayda-Elf. Aus einem solchen Fehler resultierte auch der Ausgleich der Heimelf nach 29 Minuten: Nach einem haarsträubenden Fehlpass in der Vorwärtsbewegung schaltete Besigheim schnell um und spielte sofort in die Tiefe. Im Defensivverbund fehlte die Staffelung und der Angreifer spitzelte den Ball im letzten Moment unter dem herausstürzenden Wächter hindurch zum 2:2-Ausgleich in die Maschen. In den nächsten Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel ohne nennenswerte Torchancen auf beiden Seiten. Die nächste Chance hatte Besigheim, doch Wächter konnte einen Kopfball im Anschluss an eine Standardsituation reaktionsschnell abwehren. Wenig später stand Wächter unfreiwillig wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einem langen hohen Ball der Gastgeber hatte Carl Knöller seinen Gegenspieler schon abgelaufen, als Wächter plötzlich aus seinem Tor sprintete und versuchte den Ball aus der Gefahrenzone zu boxen. Doch konnte er sich gegen die geschätzten 180 Kilo, die Knöller und der Besigheimer Sturmführer gemeinsam auf die Waage bringen, nicht entscheidend durchsetzen, so dass der Angreifer wenig Mühe hatte, den freiliegenden Ball zur 3:2-Führung in die Maschen zu schieben (39.). Auf der Gegenseite kam Lomersheim noch zu einer Torchance vor dem Seitenwechsel, doch der nach schönem Walter-Pass über rechts durchgebrochene Alexander Riede versuchte sich mit einem Querpass statt selbst abzuschließen (43.). So ging es mit einem – in Anbetracht des Spielverlaufs – völlig unverständlichen Rückstand in die Pause.
 
Vorne zu leichtfertig, hinten zu unachtsam
Dort fielen deutliche Worte, lag man doch gegen eine eigentlich klar unterlegene Mannschaft zurück. Nach dem Seitenwechsel wurde dementsprechend wieder das Tempo angezogen und dadurch schließlich auch der Druck auf das Besigheimer Gehäuse wieder erhöht. Allerdings konnte man sich zunächst keine klaren Torchancen erspielen, lediglich Christofori kam mit einem Volley zum Abschluss, jedoch verzog er recht deutlich. Einige Minuten später fiel dann aber doch der verdiente Ausgleich: Murnberger schickte am rechten Flügel Riede in die Gasse, der den Ball per Maßflanke nach innen brachte, wo Roller am langen Pfosten lauerte und den Ball mit vollem Risiko volley unter die Latte jagte (3:3, 56.). Lomersheim blieb weiter tonangebend, Besigheim blieb jedoch mit Kontern gefährlich. Einmal konnte die gelb-blaue Defensive im letzten Moment klären, anschließend konnte Wächter einen Gewaltschuss zur Ecke abwehren. Auf der Gegenseite landete ein Abpraller vor den Füßen von Fischer, dessen Linksschuss jedoch noch geblockt werden konnte. Mitte des zweiten Durchgangs plätscherte die Partie dann mit leichten Vorteilen für Phönix vor sich hin, zwingende Torchancen gab es zwischen der 65. und 75. Minute keine. Nach 70 Minuten kam Kamptmann für den angeschlagenen Fischer und rückte in die Sturmspitze, Christofori wurde dafür auf die linke Außenbahn zurückgezogen. Nach 76 Minuten gab es Eckball für die Heimelf von der linken Lomersheimer Abwehrseite. Der Ball wurde hoch hereingegeben und am kurzen Pfosten durfte ein Besigheimer freistehend aus vier Metern (!) köpfen. Wächter war geschlagen, Riede versuchte sich auf der Torlinie noch mit dem Ellbogen, doch konnte auch er den Einschlag nicht mehr verhindern (4:3, 76.). Phönix warf jetzt alles nach vorne: Knöller raus, Schembri rein, die Piayda-Elf fortan im 3-5-2 mit Doppel-10. Dauerdruck auf das Besigheimer Tor, doch schien der Ball einfach nicht mehr ins Tor zu wollen. Knapp und Murnberger spielten Roller mustergültig frei, doch der zielte allein vor dem Torhüter einen guten Meter zu hoch (79.). Anschließend wurde Christofori im Strafraum gefoult – Elfmeter für Phönix. Roller schnappte sich die Kugel, doch versagten ihm vom Punkt die Nerven und der Besigheimer Keeper fischte den Ball aus der Ecke (83.). Kurze Zeit später konnte der in der Schlussphase über sich hinauswachsende Torhüter gegen eine linke Klebe von Kamptmann im letzten Moment noch die Fäuste hochreißen (86.). Die letzte Chance vergab Flavio Knapp kurz vor Schluss als sein Schuss aus zehn Metern von einem Heimakteur auf der Linie geblockt werden konnte (89.). Wenn man vorne die klarsten Dinger nicht macht und sich die Buden hinten zum Teil fast selbst reinschießt, verliert man eben so ein Spiel. Oder wie es ein gewisser W. Z. aus W.-N. sagen würde: „Manchmal ist der Fußball eben eine Hure.“ Und so blieb es letztlich in Besigheim beim 4:3 für die Heimelf.
 
Fazit: Nach 20 hochgradig dominanten Minuten für Lomersheim schien Besigheim mausetot und das Spiel entschieden, bis zwei Fehlentscheidungen die Gastgeber binnen 180 Sekunden zurück ins Spiel brachten. Phönix geriet danach durch teils haarsträubende individuelle Fehler ins Hintertreffen und vergab in Durchgang zwei haufenweise klarste Chancen zum verdienten Ausgleich oder gar zu einem möglichen Auswärtssieg. Alles in allem schlichtweg eine absolut unnötige und fast schon selten doofe Niederlage in Besigheim, durch welche auch die letzten Träume von einer möglichen Aufstiegsrelegation ausgeträumt sind.
 
Das kommende Pfingstwochenende ist spielfrei; weiter geht es am Sonntag, den 30.05. um 15:00 Uhr mit dem letzten Heimspiel der Saison gegen den Tabellenfünften aus Bönnigheim.
 
 
Für Phönix spielten:
Wächter – Riede, Knöller (80. Schembri), Körner, Münchinger â€“ F. Knapp – Walter, Fischer (70. Kamptmann) – Murnberger – Roller, Christofori
 
Tore:
0:1 Walter (6.)
0:2 Christofori (17.)
1:2 – (21.)
2:2 – (29.)
3:2 – (39.)
3:3 Roller (56.)
4:3 – (76.)
 
Gelbe Karten:
Knöller, Riede, Roller
 
Besondere Vorkommnisse:
Feldverweis für Coach Piayda (70.)
Besigheimer Torhüter hält Foulelfmeter von Roller (83.)

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