
2011 / 2012

| Erste: TSV Phönix Lomersheim – VfL Gemmrigheim 3:2 (1:1) |
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Phönix verkürzt Abstand zur Spitze
Nach der kräftezehrenden Pokalschlacht vom Mittwoch in Löchgau musste Coach Piayda seine Startelf erneut umbauen. Stammkeeper Wächter stand mit Rippenprellung nach wie vor nicht zur Verfügung und da Michael Hermann bei den Amateuren ran musste, rückte Pietro „Pistol-Pete“ Morgante zwischen die Pfosten. Nachdem sich Arne Körner in Löchgau im jugendlichen Leichtsinn eine höchst geistreiche rote Karte eingehandelt hatte und folglich gesperrt zum Zusehen gezwungen war, kam es gerade recht, dass Abwehrchef Brüstle seine Zerrung auskuriert zu haben schien. Doch erstens kommt es meistens anders, und zweitens als man denkt: Mitten im Aufwärmen zuckte es wieder im Oberschenkel unseres Abwehrrecken und das Startelf-Comeback war beendet, bevor es begonnen hatte. So entschied sich der Coach kurzfristig zu einem Systemwechsel von Vierer- auf Dreierkette mit Doppelsechs. Der Dreier-Riegel bestand aus Riede, Knöller und Münchinger; Routinier Walter rutschte neben Käpt’n Knapp auf die Doppelsechs und Armin Völlnagel dafür ins rechte Mittelfeld. Auf der Bank nahmen Simon Roller (Angriff), Maximilian Wöhr (Mittelfeld) sowie Männle Hermann (Tor) Platz.
Schneller Ausgleich bringt Phönix zurück ins Spiel
Vom Anstoß weg übernahm der Tabellenzweite aus Gemmrigheim die Spielkontrolle und spielte meist gefällig nach vorne. Phönix kam zunächst überhaupt nicht mit der Spielweise der Gäste zurecht, was zum Einen dem doch etwas ungewohnten System und zum Anderen der in der ersten halben Stunde zugegebenermaßen sehr guten Spielanlage des Gegners geschuldet war. Der VfL war phasenweise hoch überlegen – Phönix schaffte es meist nicht, schnell genug zu verschieben und so die Außen dicht zu bekommen. Speziell Alexander Riede hatte darunter zu leiden, da der in der Anfangsphase ganz starke Linksaußen der Gäste mehrmals unbedrängt und mit viel Tempo auf ihn zustürmen konnte. Doch aller spielerischer Dominanz und des andauernden Drucks der Gäste zum Trotz, ließ Phönix kaum klare Torchancen zu, so dass es nur nach Standardsituationen wirklich brenzlig wurde. Am nächsten kam Gemmrigheim der Führung dabei nach einer guten Viertelstunde, als ein Freistoß von der rechten Lomersheimer Abwehrseite zunächst an Freund und Feind und anschließend haarscharf am langen Pfosten vorbei flog (16.). Nach zwanzig Minuten war es dann jedoch passiert, als nach dem – gefühlt hundertsten – Eckball der Gäste der Ball nur unzureichend geblockt werden konnte, aus dem Gewühl heraus bei einem lauernden Gemmrigheimer im hinteren Strafraumdrittel landete und dieser Morgante mit einem schönen Schlenzer in die lange Ecke zum 0:1 bezwang. Zum Glück hatte Phönix jedoch schon kurz darauf die passende Antwort parat. Nach einem Einwurf auf rechts kam der Ball zu Tommy „Arjen“ Fischer, der die VfL-Viererkette mit einem gekonnten Außenbanjo-Heber auf „Cristiano“ Murnberger aushebelte. Dieser vernaschte halbrechts im Strafraum seinen Gegenspieler und flankte gefühlvoll an den langen Pfosten, wo Sören „Diego“ Christofori sich waagerecht in die Luft legte und akrobatisch den Ausgleich erzielte (1:1, 22.) – ein Spielzug aus dem DFB-Lehrbuch „Wie heble ich eine Viererkette aus“. Dieses Tor war enorm wichtig, schien Phönix doch nun endlich in der Partie angekommen. Zwar war Gemmrigheim zunächst weiter optisch überlegen, doch waren die Mannen vom Wässerle jetzt deutlich präsenter in den Zweikämpfen. Nach einer halben Stunde reagierte Coach Piayda an der Seitenlinie: Das Experiment Dreierkette wurde mit dem Stempel „gescheitert“ versehen und folgerichtig ad acta gelegt. Fortan spielte man im gewohnten System, d.h. die Doppelsechs wurde aufgelöst, Walter rückte nach rechts und Völlnagel auf die Position des linken Außenverteidigers. Doch leider sollte sich die Personallage in der Defensive weiter verschärfen, als sich eben Armin Völlnagel nach einer halben Stunde infolge eines Fouls mit starken Knieproblemen auswechseln lassen musste. Roller kam neu und rückte in den Sturm, Christofori wurde ins linke Mittelfeld beordert und Fischer als Außenverteidiger nach links hinten gezogen. Ab diesem Zeitpunkt hatte Phönix das Geschehen deutlich besser im Griff, so dass sich bis zum Seitenwechsel eine recht ausgeglichene Begegnung entwickelte. Vor der Pause gab es dann noch eine gute Torchance, als Fischer und Christofori auf links den Ball erkämpften, Letzterer blitzschnell umschaltete und Roller in die Tiefe schickte, dieser aber im Eins-gegen-Eins am VfL-Keeper scheiterte (41.). So blieb es bis zum Gang in die Katakomben beim 1:1.
Walter-Freistoß bringt die Entscheidung
Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag: Die Mannschaften waren kaum wieder auf dem Platz, da flankte Walter gefühlvoll von rechts ins Zentrum, wo Roller uneigennützig passieren ließ, Kamptmann vor dem Torhüter die Nerven behielt und eiskalt zur 2:1-Führung einnetzte (46.). Gemmrigheim war nun gezwungen zu öffnen und gab Lomersheim so die nötigen Räume für schnelle Konter. Die Piayda-Elf ließ die Gäste nun etwas kommen, hatte das Geschehen aber zumeist gut im Griff. Über die gesamte zweite Hälfte ergab sich somit das gleiche Bild: Gemmrigheim hatte etwas mehr Ballbesitz, brachte aber den letzten Pass meist nicht an der Phönix-Abwehr vorbei, während Phönix mit schnellen Gegenangriffen mehrfach für große Gefahr vor dem Gästegehäuse sorgte. Die erste Gelegenheit nach einem solchen Angriff bot sich Christofori. Nachdem Walter und Kamptmann sich auf rechts bis zum Sechzehner durchgespielt hatten, legte Letzterer auf den nachrückenden Flavio Knapp ab, der nach links auf Christofori durchsteckte, dessen Linksschuss der Gästetorhüter jedoch entschärfen konnte (55.). Wenige Minuten später wurde ein Roller-Schuss kurz vor der Torlinie von einem Verteidiger gestoppt (58.). Danach wogte die Begegnung hin und her, Gemmrigheim versuchte Druck aufzubauen, richtig brenzlig wurde es jedoch nur einmal, als Morgante und Münchinger am Fünfer gemeinsam einen VfL-Angreifer stoppten. Dabei spielte Morgante den Ball und Münchinger den Gegner, so dass man sich bei kleinlicher Regelauslegung über einen Elfmeterpfiff nicht hätte beklagen können (65.). Einige Minuten später sollte der Unparteiische dann jedoch tatsächlich auf den Punkt zeigen, nachdem ein Gemmrigheimer sich erfolgreich als Laienschauspieler betätigt hatte. Der VfL-Schütze ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte den Strafstoß zum Ausgleich, obwohl „Killer“ Morgante mal wieder die richtige Ecke gerochen hatte (2:2, 70.). Zehn Minuten später zeigte der Schiedsrichter erneut auf den ominösen Punkt, diesmal jedoch auf der anderen Seite. Sturmtank Roller drehte sich um seinen Verteidiger herum und dieser wusste sich nur noch mit einem griechisch-römischen Klammergriff zu helfen. Doch leider konnte der Gemmrigheimer Torhüter den von Roller selbst getretenen Strafstoß zur Ecke parieren (80.). Kurz darauf hatte Flavio Knapp die nächste Riesenchance zur erneuten Führung auf dem Fuß, als er von links bedient aus neun Metern jedoch über den Kasten zielte (82.). Wiederum zwei Minuten später konnte Kamptmann von der Gästeabwehr am Strafraum nur per Foul gestoppt werden, was einen Freistoß zur Folge hatte. Diesen versenkte „Super-Mario“ Walter schlitzohrig in der Torwartecke, nachdem sich der VfL-Keeper gehörig verschätzt hatte und den Ball dadurch nur noch abfälschen konnte (3:2, 84.). Da danach nur noch zwei kleinere Kontergelegenheiten für Phönix und ein unnötiges Frustfoul von Gemmrigheim zu Buche standen, blieb es bis zum Schlusspfiff beim vielumjubelten Heimsieg gegen den Tabellenzweiten.
Fazit: Zwar besaß Gemmrigheim über 90 Minuten gesehen die etwas größeren Spielanteile und war vor der Pause die bessere Mannschaft, doch letztendlich verdiente sich Phönix dank eines starken zweiten Durchgangs und aufgrund der größeren Anzahl an klaren Einschussmöglichkeiten den Sieg. Erneut zeigte die Elf – trotz widrigster personeller Umstände im Defensivbereich – eine geschlossene Mannschaftsleistung und lieferte bis zum Abpfiff eine speziell läuferisch und kämpferisch überzeugende Vorstellung ab.
Bereits am kommenden Donnerstag, den 15.04., um 19:30 Uhr steht das Nachholspiel bei der FSV 08 Bissingen II auf dem Programm, bevor es am Sonntag, den 18.04. auf die Platte zum SV Iptingen geht.
Für Phönix spielten:
P. Morgante – Riede, Knöller, Münchinger – Walter, F. Knapp – A. Völlnagel (28. Roller), Fischer – Murnberger – Kamptmann, Christofori
Tore:
0:1 – (20.)
1:1 Christofori (22.)
2:1 Kamptmann (46.)
2:2 – (70.)
3:2 Walter (84.)
Gelbe Karten:
Christofori, Münchinger, Riede, Roller
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