
2011 / 2012

| Erste, Pokalviertelfinale: FV Löchgau II – TSV Phönix 9:8 n.E. (2:2, 1:1) |
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Pokalträume enden im Elfmeterkrimi
Am Mittwochabend ging es auf dem Kunstrasen in Löchgau gegen den Tabellenführer der A3 um den Einzug ins Halbfinale des Bezirkspokals. Coach Piayda veränderte seine Startelf auf zwei Positionen im Vergleich zum Wiernsheim-Spiel: Im Angriff kam Kamptmann anstelle von Roller zum Zug und für den mit Rippenprellung angeschlagenen Wächter rückte Standby-Profi Hermann zwischen die Pfosten des Phönix-Gehäuses. Auf der Bank nahmen der etatmäßige Abwehrchef Brüstle (nach auskurierten Oberschenkelproblemen), Armin „Die Axt“ Völlnagel sowie die angesprochenen Roller und Wächter Platz.
Löchgau spielt und Phönix lauert
Wie zu erwarten war übernahmen die Hausherren, die einige Anleihen bei ihrer Landesliga-Vertretung genommen hatten, vom Anpfiff weg die Spielkontrolle. Löchgau kombinierte gefällig, konnte die Phönix-Defensive jedoch kaum ernsthaft gefährden. Phönix stand kompakt, verschob gut im Kollektiv und versuchte mit gezielten Nadelstichen zum Erfolg zu kommen. Nachdem Löchgau vergeblich versuchte, die optische Überlegenheit in Zählbares umzumünzen, wurde es auf der Gegenseite erstmals brandgefährlich, als Walter einen schnell ausgeführten Freistoß aus 25 Metern nur Zentimeter neben den Löchgauer Kasten setzte (22.). Einige Minuten später brachte Fischer einen Eckball von rechts mit viel Effet herein, der Heimtorhüter unterschätzte den Ball und Walter nickte am langen Pfosten gekonnt zur Führung ein (0:1, 29.). Löchgau zeigte sich ob des Rückstands zunächst einige Minuten geschockt und gab die Spielkontrolle aus der Hand, was in einer weiteren Eckballserie für Phönix resultierte. Jeweils nach Fischer-Ecken von links wurde zunächst Murnbergers Kopfball am kurzen Pfosten gerade noch geblockt, dann scheiterte Christofori nach sehenswerter Volleyabnahme per Aufsetzer am Querbalken (31., 32.). Anschließend berappelte sich Löchgau wieder und erhöhte den Druck auf das Phönix-Gehäuse. Als Phönix kurzzeitig in Unterzahl spielte (Murnberger wurde behandelt), stimmte nach einer Freistoßflanke die Zuordnung nicht, so dass der Ball aus dem Gewühl heraus von Alex Riede’s Fuß ins eigene Tor sprang (1:1, 36.). Bis zur Pause wurde die Begegnung nun etwas offener, Phönix stand nun etwas höher und konnte die Heimelf so schon früher attackieren. Sollte mal ein Heimakteur die Zentrale durchbrechen, war spätestens beim starken Arne Körner Schluss. Bis zur Pause gab es nur noch eine gefährliche Torszene, als ein Löchgauer Freistoßschlenzer durch die Phönix-Mauer ging und haarscharf am kurzen Pfosten vorbeistrich (41.). So ging es mit einem 1:1 in die Kabinen.
Phönix kontert eiskalt und wird dennoch bestraft
Nach der Pause erhöhte Löchgau zwar – wie erwartet – nochmals den Druck, doch hatte sich die Elf vom Wässerle nun immer besser auf das Kombinationsspiel der Hausherren eingestellt, so dass über die gesamte zweite Hälfte kaum akute Torgefahr im Phönix-Strafraum aufkam. Die Gelb-Blauen suchten weiter ihr Heil im Konterspiel und waren dort gefährlicher als die optisch überlegene Heimelf. Einer der Phönix-Konter sollte dann in Minute 75 auch die erneute Führung bringen: Nachdem Fischer auf links mit viel Übersicht bedient wurde, flankte er direkt ins Zentrum, wo ein Löchgauer Verteidiger die Flanke zwar abfälschen aber nicht klären konnte und Kamptmann in bester Knipser-Manier gedankenschnell und überlegt gegen die Laufrichtung des Torhüters zum 1:2 einschoss. Löchgau rannte nun vehement aber zunehmend planlos an, so dass alles auf einen Halbfinaleinzug der Mannen vom Wässerle hindeutete, bis der starke Schiedsrichter seinen einzigen Fehler des Abends machte. Abseits des Spielgeschehens wurde Kamptmann völlig unnötig von einem Löchgauer niedergestreckt – eine glasklare Tätlichkeit, die der Unparteiische jedoch nicht gesehen hatte. Löchgau spielte jedoch weiter, so dass Arne Körner den Ball sofort nach Ballgewinn ins Aus dreschen wollte. Dabei traf er unglücklich einen Weiß-Roten, was der Schiedsrichter als Absicht deutete und ihn zum Entsetzen aller mir „Glatt-Rot“ zum Duschen schickte, während der eigentliche Übeltäter aufseiten Löchgaus ungeschoren davonkam (83.). Löchgau warf in Überzahl endgültig alles nach Vorne und wollte mit aller Macht zumindest das Elfmeterschießen erzwingen. Piayda reagierte und brachte in Völlnagel für Murnberger einen weiteren Defensivmann (85.). Vier Minuten vor Ende dann die Riesenchance für Roller zur endgültigen Entscheidung. Nach einem schnellen Konter bediente Kamptmann den Phönix-Sturmtank mustergültig, doch schoss dieser freistehend aus sieben Metern den Torsteher an. Dennoch schien das Phönix-Bollwerk dem Druck standzuhalten, bis in der letzten Spielminute eine abgefälschte Flanke über Umwege bei einem aufgerückten Innenverteidiger landete, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einnickte (2:2, 90.). So musste also das Elfmeterschießen entscheiden.
Nachdem zuvor auch schon Kamptmann und Riede vergeben hatten, musste Münchinger als neunter Phönix-Schütze zwingend treffen, da sein Löchgauer Gegenüber in der K.O.-Phase verwandelt hatte. Doch leider ahnte der Löchgauer Schlussmann die Ecke und konnte so den entscheidenden Strafstoß parieren.
Fazit: Nach einem technisch und taktisch guten Pokalspiel war im Viertelfinale etwas unglücklich und – aufgrund der falschen Entscheidungen in Minute 83 – auch etwas unverdient Schluss. Die Phönix-Elf zeigte sich über 90 Minuten als geschlossene und kompakte Einheit und bot der spielstarken Heimelf ein Spiel auf Augenhöhe.
Am kommenden Sonntag empfängt man am heimischen Wässerle um 15:00 Uhr den Tabellenzweiten aus Gemmrigheim.
Für Phönix spielten:
Herrmann – Riede, Knöller, Körner, Münchinger – F. Knapp (80. Brüstle) – Walter, Fischer – Murnberger (85. Völlnagel) – Kamptmann, Christofori (71. Roller)
Tore:
0:1 Walter (29.)
1:1 – (36.)
1:2 Kamptmann (75.)
2:2 – (90.)
Elfmeterschießen:
![]() Rote Karte:
Körner
Gelbe Karten:
Riede, Knöller
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