
2011 / 2012

| Erste: TSV Wiernsheim – TSV Phönix Lomersheim 2:3 (1:1) |
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Phönix holt Sieg beim „kleinen“ Derby in Wiernsheim
Nach der überzeugenden Vorstellung vom Sonntag gegen die Spvgg. Bissingen gab es für Coach Piayda keinen Anlass für Umbauarbeiten in seiner Startelf für das Nachholspiel in „Wersche“. Nach dem Aufwärmen musste jedoch der angeschlagene Terrier Alex Riede mit Wadenproblemen passen, so dass Benny Genttner auf die rechte Außenverteidigerposition rückte. Abwehrchef Brüstle stand weiterhin nicht zur Verfügung, außerdem meldete sich Italo-Bomber Schembri mit muskulären Problemen ab. Auf der Bank nahmen Sven Kamptmann (Angriff), Mexès Wöhr (Mittelfeld) sowie P. Diddy Werners (Defensiv-Allrounder) Platz.
Roller gleicht frühen Rückstand aus
Zu Beginn der Begegnung fand die Heimelf etwas besser ins Spiel. Phönix agierte zu Beginn etwas zu verhalten und störte meist etwas zu spät. Nach gut fünf Minuten bekam man das Ganze besser in den Griff und es entwickelte sich ein offenes Spiel. Nach elf Minuten dann plötzlich wie aus dem Nichts die Führung für die Heimelf: Nach einer Standardsituation verspekulierte sich Keeper Wächter beim Herauslaufen, so dass ein Wiernsheimer Angreifer noch vor ihm an den Ball kam und diesen wenige Meter vor dem Phönix-Kasten zu seinem Mitspieler grätschen konnte, der nur noch einzuschieben brauchte (1:0, 11.). Phönix zeigte sich einige Minuten beeindruckt und erhöhte dann den Druck. Sören Christofori wurde auf die Reise geschickt, scheiterte jedoch allein vor dem Wiernsheimer Torhüter (15.). Auf der Gegenseite hätte Sturmführer Joas beinahe auf 2:0 erhöht, er scheiterte jedoch nachdem er sich den Ball clever (mit dem Arm) vorgelegt hatte an Katze Wächter. In der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel mit mehreren Strafraumszenen, das jedoch mehr von beiderseitigen Zuordnungsproblemen als von der spielerischen Klasse lebte. Zunächst verpasste Roller eine Fischer-Hereingabe im Zentrum nur knapp (19.), dann scheiterte der Phönix-Routinier nach wohltemperierter Münchinger-Flanke freistehend am langen Pfosten an eben diesem (20.). Kurz darauf trug Phönix einen schönen Spielzug über rechts über Flavio Knapp und Fanta Walter vor, den die Heimelf nur auf Kosten eines Eckballs klären konnten. Diesen brachte Walter druckvoll von links herein und fand den Kopf von Roller, dessen Versuch allerdings zunächst vom Torhüter in Koproduktion mit dem Querbalken gestoppt werden konnte. Doch der Phönix-Sturmtank setzte geistesgegenwärtig nach und drosch das Leder zum inzwischen hochverdienten Ausgleich in die Maschen (23.). Bis zur Pause wogte die Begegnung nun auf mäßigem Niveau und mit leichten Vorteilen für Phönix hin und her, wirkliche Torgefahr bestand jedoch nur noch zweimal: Zunächst konnte wiederum Joas von der Phönix-Abwehr im letzten Moment geblockt werden, dann legte sich Murnberger den Ball etwas zu weit vor, so dass der Heimkeeper noch klären konnte. So ging es letztlich mit einem 1:1 in die Katakomben.
Murnberger-Doppelpack bringt Vorentscheidung
Dort musste Piayda notgedrungen erstmals austauschen: Für den am linken Oberschenkel angeschlagenen Roller kam Kamptmann ins Spiel und rückte an die Seite von Christofori ins Sturmzentrum. Phönix kam nun deutlich forscher aus der Kabine, attackierte früh und setzte die Heimelf oft schon in deren Hälfte unter Druck. Folgerichtig war man nun deutlich häufiger in Ballbesitz und spielte endlich auch spielerisch guten Fußball, so dass sich fast zwangsläufig gute Einschussmöglichkeiten ergaben. Zunächst konnte die Wiernsheimer Defensive noch ein schönes Zusammenspiel zwischen Christofori und Kamptmann am Strafraum stoppen, kurz darauf sollte es jedoch dann scheppern. Nach einem weiteren Ballgewinn im Zentrum passte Flavio Knapp nach halb links auf Christofori, der den gestarteten Kamptmann auf die Reise schickte. Der Schwatte enteilte seinem Gegenspieler und spielte dann mit viel Übersicht scharf ins Zentrum, wo der mitgelaufene Murnberger dem Torhüter keine Chance ließ und seine Farben erstmals in Führung brachte (50.). Die Blau-Goldenen hatten nun klares Oberwasser und dominierten die Heimelf zunächst nach Belieben und trugen nun einen Lehrbuchangriff nach dem anderen vor. Nach der Spieleröffnung in der Defensivzentrale durch Körner kam der Ball zu Linksverteidiger „Münze“ Münchinger, der Linksaußen Thomas Fischer bediente. Der lief seinem Gegenspieler davon, tunnelte am Strafraumeck den nächsten Verteidiger und ging auf die Grundlinie, von wo er mustergültig Cristiano Murnberger im Rücken der Abwehr bediente. Dieser legte sich die Murmel und den Wiernsheimer Torhüter zurecht und vollendete überlegt flach in die kurze Ecke (1:3, 55.). Beflügelt von der eigenen Spielkultur spielte man munter weiter nach vorn. Nach einem Flankenwechsel von Fischer bediente Walter den durchgestarteten Murnberger mit einem sehenswerten No-Look-Pass in die Gasse. Murnberger setzte den Wiernsheimer Torhüter auf den Hosenboden und umkurvte diesen. Doch statt des Tores zum 1:4 und der damit verbundenen endgültigen Entscheidung sahen die Zuschauer – ausgelöst durch ein Schlagloch im Wiernsheimer Geläuf – einen sehenswerten Enzberger Frühjahrstanz mit einem orientierungslosen Dome Murnberger in der Hauptrolle (58.). Lomersheim ließ sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und hatte das Spiel weiter im Griff, wenn auch die Offensivbemühungen nun etwas zurückgefahren wurden. Die Messe schien jedenfalls gelesen, bis der leicht arrogante Mann in Schwarz (bzw. in Leucht-Orange) die wohl klarste Abseitsstellung der Saison (≥2 Meter) übersah und Ex-Capitano Scheible damit den neuerlichen Anschlusstreffer schenkte (76.). Katze Wächter blieb zwar lange stehen und hatte Scheible fast schon den Ball vom Fuß gepflückt, doch der Wiernsheimer Coach konnte die Kugel im Fallen noch unter den Handschuhen des Phönix-Keepers durchspitzeln. Wiernsheim fasste nun nochmal neuen Mut und versuchte alles nach vorn zu werfen. Jedoch wurde es nur noch einmal richtig gefährlich, als Abwehrrecke „Eisen-Karle“ Knöller im eigenen Strafraum im Zweikampf mit Wiernsheims Joas mit viel Vehemenz sowohl Ball als auch Gegner spielte, der Unparteiische aber diesmal nicht rot-weiß-gefärbt urteilte und auf Eckball entschied (78.). Ansonsten brachte die Heimelf – von zwei Luftangriffen auf Wächter abgesehen – nichts richtig Gefährliches mehr zustande. Auf der Gegenseite vergab Kamptmann zwei Minuten vor dem Abpfiff eine 1000%ige, als er nach einem Konter von Christofori mustergültig bedient wurde, allein vor dem Torhüter aber überhastet in dessen Arme schoss. So musste bis zum Ende der dreiminütigen Nachspielzeit die Konzentration hochgehalten werden, was jedoch mit viel Einsatz gut gelang, so dass es am Ende beim 2:3-Auswärtserfolg blieb.
Fazit: Nach einer etwas zerfahrenen ersten Hälfte schaltete Phönix im zweiten Durchgang mehrere Gänge hoch und setzte sich im Derby gegen „Wersche“ letztlich verdient durch. Bei besserer Chancenverwertung Mitte der zweiten Halbzeit hätte das Spiel schön früh entschieden sein können. So war am Ende nach dem Abseitstor der Heimelf noch ein wenig Zittern angesagt. Der Sieg wurde mit dem Sprung auf Tabellenplatz 3 belohnt und dürfte sich auch positiv auf die Stimmungslage beim Kabinenfest am heutigen Donnerstag auswirken.
Das Osterwochenende ist für die Erste spielfrei, am kommenden Mittwoch, den 07.04.2010 steht um 18:30 Uhr das Pokal-Viertelfinale beim A3-Tabellenführer FV Löchgau II auf dem Programm.
Für Phönix spielten:
Wächter – Genttner (77. Werners), Knöller, Körner, Münchinger – F. Knapp – Walter, Fischer – Murnberger – Roller (46. Kamptmann), Christofori (89. Wöhr)
Tore:
1:0 – (11.)
1:1 Roller (23.)
1:2 Murnberger (50.)
1:3 Murnberger (55.)
2:3 Scheible (75.)
Gelbe Karten:
Christofori, Fischer, Genttner, Knapp, Körner
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