
2011 / 2012

| Erste: TSV Phönix Lomersheim – FV Roßwag 3:3 (2:3) |
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Phönix geht mit Unentschieden in die Winterpause
Nach der eher suboptimalen Leistung der Vorwoche gegen Vaihingen sah sich Phönix-Coach Piayda zu allem Überfluss auch noch gezwungen, seine Startelf gehörig umzubauen. Zwar fiel mit Sören Brüstle (Oberschenkelzerrung) nur ein weiterer Spieler aus. Da dieser jedoch als Abwehrchef der gelb-blauen Defensive fungiert und aufgrund von Verletzungen, Erkrankungen und Auslandsaufenthalten insgesamt gleich sechs (!) Defensive (Brüstle, Bürle, Lindauer, Morgante und 2x Völlnagel) passen mussten, nahm Piayda eine grundlegende Systemumstellung vor. Hinten verteidigte vor Torhüter Wächter eine Dreierkette mit Körner im Zentrum, Riede (rechts) und Knöller (links) auf den Halbpositionen – Genttner musste dafür auf die Bank. Davor installierte Piayda ein 5er-Mittelfeld mit Walter und F. Knapp auf der Doppelsechs, Schembri (rechts) und Fischer (links) auf den Außenbahnen und Murnberger auf der Zehn. Vorne sollten Christofori und Kamptmann für die nötige Torgefahr sorgen. Auf der Bank nahmen Roller (Angriff), Genttner und Münchinger (jeweils Abwehr) sowie Hermann (Tor) Platz.
Phönix zur Pause hinten und keiner weiß warum
Mit einer couragierten Mannschaftsleistung wollte man die Winterpause einläuten und damit auch Revanche für die 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt in Roßwag nehmen. Es entwickelte sich vom Anpfiff weg ein munteres Spielchen – zu Beginn mit leichten Vorteilen für die Gäste aus Roßwag. Das Geschehen spielte sich zunächst vornehmlich im Mittelfeld ab, wo es aufgrund der beiden 5er-Mittelfeld-Formationen jedoch recht eng zuging. Nachdem Roßwag trotz seiner Anfangsbemühungen und des flotten angeschlagenen Tempos keine zwingenden Torszenen erspielen konnte, gestaltete Phönix das Spiel ausgeglichen und kam nach gut zehn Minuten zur ersten Großchance. Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld zeigten sich zwei Gästeverteidiger routiniert im „Nimm ihn du, ich hab ihn sicher“, so dass der Ball bei Scampi Kamptmann landete, der jedoch – sichtlich überrascht vom üppig vorhanden Freiraum – etwas überhastet vergab und seinen Heber neben das Gehäuse setzte. In der Folge erarbeitete sich Phönix größere Spielanteile und kontrollierte das Spielgeschehen ohne große Aufregung. Bis zur 17. Minute: Die Gäste erstmals zwingend in der Offensive, drang der Stürmer allein gegen zwei Phönix-Verteidiger über die rechte Abwehrseite in den Strafraum ein, wo er etwas ungestüm gestoppt wurde – Elfmeter. Der Kapitän der Gäste ließ Wächter keine Chance und verwandelte zum 0:1 für Roßwag (18.). Phönix verstärkte daraufhin seine Offensivbemühungen. Zunächst scheiterte Walter aus 18 Metern mit einem direkten Freistoß an der lila-weißen Mauer. Kurz darauf legte Kamptmann von links ab in die Mitte auf Fischer, der zwei Verteidiger stehen ließ, dann aber am Gästekeeper hängen blieb. Nach einer halben Stunde wurden die verstärkten Anstrengungen belohnt: Einen langen Ball von Käpt’n Knapp verwertete ein Gästeverteidiger zu einer Kopfballkerze, die Murnberger erlief, den Ball noch einmal aufspringen ließ und dann volley in die linke Ecke zum 1:1-Ausgleich vollendete (30.). Anschließend entwickelte sich bis zur Pause ein ausgeglichenes Spiel, jetzt mit leichten Vorteilen für Phönix. Doch dass das in dieser Halbzeit nichts heißen musste, sollte sich in der 33. Minute zeigen. Das Gästemittelfeld spielte einen Steilpass in die Spitze, der auf dem miserablen Geläuf am Wässerle direkt vor dem zur sicheren Klärung bereiten Abwehrbein von Carl „Eisen-Karle“ Knöller versprang und so direkt in den Laufweg des Gästestürmers passte, der im Eins-gegen-Eins keine Mühe hatte, Wächter mit einem trockenen Rechtsschuss zu überwinden (1:2, 33.). Dieser erneute Rückschlag machte Phönix kurz zu schaffen, dann nahm man wieder Tempo auf. Murnberger wurde in die Gasse geschickt, enteilte seinem Bewacher, vernaschte den zweiten Defensivakteur im Strafraum per Beinschuss, so dass dieser sich nur noch mit einem Klammergriff zu helfen wusste – Elfmeter. Michael „Fanta“ Walter legte sich die Kugel zurecht und versenkte sie eiskalt oben links zum erneuten Ausgleich (2:2, 40.). Danach zeigte sich Lomersheim weiter leicht überlegen, doch wie zuvor: Das Tor machte wie aus dem Nichts Roßwag. Eine Freistoßflanke von der halb-rechten Abwehrseite veredelte ein Gästeakteur aus stark abseitsverdächtiger Position per Kopf sehenswert zum 2:3 (44.). Wächter reckte sich vergebens, da die Sumpflandschaft im Fünfmeterraum einen kraftvollen Absprung unmöglich machte. So ging es mit einem knappen 2:3-Rückstand in die Pause, wo man sich wohl zu Recht fragte, wie dieser denn zustande kommen konnte. Wahrscheinlich hatte es der Nikolaus zu gut mit den Gästen gemeint und gleich drei Päckchen an einem Tag verteilt.
Walter-Kopfball bringt verdienten Ausgleich – zu mehr reicht es nicht mehr
Nach dem Seitenwechsel zog sich Roßwag schon früh zurück und beschränkte sich auf die Verteidigung. Es sei vorweggenommen, dass die Gäste im gesamten zweiten Abschnitt nur zu einer halbwegs gefährlichen Torszene kamen: Nach 88 Minuten setzten sie einen direkten Freistoß aus aussichtsreicher Position jedoch ca. 1,5 Meter neben den Pfosten. Phönix hatte folglich deutlich höhere Spielanteile und schob sich im Verbund immer weiter nach vorne. Eine erste Chance bot sich nach etwa 55 Minuten Eros Schembri, den die Gästedefensive übersehen hatte, dessen zu schwacher Abschluss jedoch sichere Beute des Gästetorhüters wurde. Nach einer guten Stunde jagte Michael Walter einen Freistoß aus spitzem Winkel von links auf die lange Ecke, doch der gut aufgelegte Rivarolo konnte den Ball noch um den Pfosten wickeln. Wenige Minuten später setzte Arne Körner eine Fischer-Ecke von rechts knapp neben den langen Pfosten. Nach 71 Minuten brachte Coach Piayda Sturmtank Roller für den heute glücklosen Kamptmann. Nach 75 Minuten legte Roller einen langen Ball zurück auf Murnberger, dessen Vollspann-Geschoss jedoch genau in den Armen des Gästekeepers landete. Leider hatte unser Dribbelkünstler jedoch den mitgelaufenen und glockenfreien Flave Knapp übersehen. Kurz darauf eroberte Thomas Fischer am linken Flügel den Ball in der Vorwärtsbewegung der Gäste, enteilte dem ersten Verteidiger, narrte einen zweiten per Beinschuss und flankte dann gefühlvoll auf den völlig freien „Emre“ Schembri, doch unser „Wee-Man“ jagte die Murmel etwas überhastet volley in die Walachei. Anschließend eröffnete Piayda die Operation „Brechstange“ endgültig und brachte Münchinger für Christofori; Eisen-Karle Knöller rückte dafür als Kopfballungeheuer an die Front (82.). Direkt im Anschluss unterlief der Gästetorhüter eine Walter-Ecke von links, so dass diese über Umwege bei Arne „Lucio“ Körner landete, der jedoch vom rechten Fünfereck verzog und den Ball an der kurzen Ecke vorbeischoss. Eine Minute später wurde eine Fischer-Ecke von rechts zunächst geblockt, der Ball landete jedoch bei Schembri, der erneut auf Fischer passte. Der nahm am rechten Flügel Maß und bediente mit einer wohltemperierten Flanke mit seinem schwachen rechten Fuß (!) mustergültig Fanta Walter, der sich im Zentrum am höchsten schraubte und die Murmel schulbuchmäßig per Kopf in den linken Torwinkel wuchtete – endlich der verdiente Ausgleich (3:3, 84.). Danach versuchte Phönix nochmal alles und drückte weiter, um vielleicht sogar noch alle drei Punkte am Wässerle behalten zu können. Der gelb-blaue Endspurt wurde nur kurz durch den bereits erwähnten Freistoß der Gäste unterbrochen (88.). Dann bot sich Carl Knöller die Riesenchance zum Siegtreffer. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld wurde er auf die Reise geschickt, scheiterte jedoch etwas überhastet mit seinem Schlenzer am erneut wachsamen Rivarolo (90.). Da es Phönix in der dreiminütigen Nachspielzeit nicht mehr gelang, die lila-weißen Reihen zu durchbrechen, endete das letzte Punktspiel des Jahres mit einem 3:3-Unentschieden.
Fazit: Nach einer ersten Halbzeit mit relativ verteiltem Spiel mit maximal leichten Vorteilen für Phönix, war man in den zweiten 45 Minuten dann die klar bessere Mannschaft und dominierte die Gäste über weite Strecken klar. Aus diesem Grund und trotz des dreimaligen Rückstands und des späten Ausgleichtreffers ein hochverdienter Punktgewinn für Phönix. Betrachtet man die Torchancen und die Spielanteile über 90 Minuten war Gelb-Blau sicherlich näher am Dreier als die Gäste – somit eher zwei verlorene als ein gewonnener Punkt. Da passt es ins Bild, dass Phönix-Keeper Wächter über die gesamte Spielzeit – abgesehen von den Gegentoren – nicht einen einzigen Torschuss auf den Kasten bekam, bei dem er hätte eingreifen müssen. Etwas lila, etwas white, wenig Roßwag Dynamite ;-). Nach der schwachen Leistung der Vorwoche, in der sich die Piayda-Elf nicht immer als Einheit präsentierte, stand heute ein geschlossenes Team auf dem Platz, das zu jeder Zeit an seine Chance(n) glaubte – ein versöhnlicher Jahresabschluss also.
Am kommenden Freitag steht das letzte offizielle Training mit anschließendem Glühweinfest an. Zwei Tage später geht es sonntags zum Pokalachtelfinale bei Türk. SC Kornwestheim (Anpfiff 13:30 Uhr) und am 18.12. bildet die Weihnachtsfeier im Vereinsheim bei Ana und Vlado den offiziellen Abschluss des Fußballjahres 2009.
Für Phönix spielten:
Wächter – Riede, Körner, Knöller – Walter, F. Knapp – Schembri, Fischer – Murnberger – Kamptmann (71. Roller), Christofori (82. Münchinger)
Tore:
0:1 – (FE, 18.)
1:1 Murnberger (30.)
1:2 – (32.)
2:2 Walter (FE, 40.)
2:3 – (44.)
3:3 Walter (84.)
Gelbe Karten:
F. Knapp, Körner, Murnberger
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