
2011 / 2012

| Erste: SV Illingen - TSV Phönix Lomersheim 3:1 (2:0) |
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Schmerzliche Derby-Niederlage im Illinger Eichwald
Da Dominik Murnberger aus familiären Gründen kurzfristig nicht zur Verfügung stand, spielte Niko Knapp auf der Zehn, Sven Kamptmann rückte dafür nach ausgeheilter Oberschenkelzerrung in den Sturm an die Seite von Sören Christofori. Auf der Bank nahm nach langwieriger Verletzungspause erstmals wieder Phönix-Sturmführer Simon Roller Platz, ebenso Eros Schembri nach muskulären Problemen.
Phönix verliert Spiel erneut in Durchgang eins
Für genügend Motivation sorgte schon der Gegner und so war man fest gewillt, die kurze Negativserie im Derby auf Illinger Geläuf zu beenden. Im Gegensatz zu den letzten Spielen startete man auch deutlich verheißungsvoller. Keine drei Minuten waren gespielt als Sören Christofori erstmals seinem Gegenspieler enteilte, seinen Abschluss jedoch haarscharf an der langen Ecke vorbeijagte. Phönix war zunächst die aktivere Mannschaft und erspielte sich dadurch in den ersten Minuten ein Übergewicht. Völlig unerklärlich steckte man jedoch nach knapp zehn Minuten zusehends zurück und ließ die körperlich starken Gastgeber nun besser ins Spiel kommen. Passend zur aktuellen Situation schlug es denn auch gleich mit der ersten Offensivaktion der Heimelf im Phönix-Gehäuse ein. Lukas Knödler erlief nach einem Stockfehler von Abwehrchef Brüstle einen langen Diagonalball und schob am chancenlosen Wächter vorbei zum 1:0 ein (10.). An diesem überraschenden Rückstand hatte die Piayda-Elf deutlich sichtbar erst mal einige Minuten zu kauen, während die Gastgeber – angetrieben von ihren „Fans“ – nun verstärkt Oberwasser bekamen. Nach einigen Minuten ohne klare Torchancen, hatte Illingen eine weitere Kontergelegenheit, die die Phönix-Defensive jedoch noch entschärfen konnte (23.). Die erste vorzeigbare Offensivaktion für Phönix nach dem Durchhänger stellte ein Walter-Freistoß dar, der knapp am Pfosten vorbeistrich (22.). Phönix berappelte sich nun zusehends und erspielte sich bis zur Pause mehrere klarste Torchancen. Zunächst scheiterte Sören Christofori zweimal im Eins-gegen-Eins am Illinger Keeper (25., 33.), dann konnte ein Illinger Verteidiger für seinen geschlagenen Torhüter auf der Torlinie gegen Sven Kamptmann klären (30.), bevor dieser kurz vor der Pause einen Schuss aus sechs Metern nicht am Illinger Torsteher vorbeibrachte (45.). Auf der Gegenseite kam Illingen im gleichen Zeitraum ebenfalls zu guten Einschussmöglichkeiten – meist nach Kontern in Folge von Ungenauigkeiten im Lomersheimer Aufbauspiel. Die besten Gelegenheiten vergaben Lindauer, der in der 38. Minute am glänzend reagierenden Sascha Wächter scheitert und Schlosser, der den Ball aus vier Metern in die Wolken jagte (44.). Zwischen diesen Szenen fiel jedoch das 2:0 für Illingen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kurz vor dem Pausentee: Bei einem – nur bedingt gefährlichen – langen Ball verschätzte sich Phönix-Keeper Wächter und erreichte im Herauslaufen den Ball nicht rechtzeitig, nachdem er seine Vorderleute durch einen herzhaften „Leo“ sein Eingreifen signalisiert hatte. Knödler sagte zum zweiten Mal „Danke“ und hob den Ball über Wächter hinweg ins verwaiste Tor (42.). So trottete man mal wieder mit hängenden Köpfen in die Kabine.
Phönix nach der Pause verbessert aber nicht effektiv
Nach dem Seitenwechsel wollte man nochmal alles versuchen, um vielleicht doch noch etwas Zählbares mit ans Wässerle nehmen zu können. In den Zweikämpfen war man nun wieder präsenter und entwickelte verstärkt Druck auf das Gehäuse der Heimelf, doch dieses schien wie vernagelt. Nach 54 Minuten lenkte der Illinger Torhüter Matthes eine Freistoß-Bogenlampe von Thomas Fischer gerade noch über die Latte. Drei Minuten später scheiterte Niko Knapp nach schöner Einzelleistung aus spitzem Winkel (57.) und wiederum zwei Minuten später konnte ein Verteidiger der Heimelf kurz vor der Torlinie einen Kamptmann-Kopfball in höchster Not klären (59.). Durch unnötige Fehlpässe ermöglichte man den Gastgebern jedoch immer wieder gefährliche Kontermöglichkeiten, wovon Illingen eine zur Vorentscheidung nutzen konnte: Nach einem völlig verunglückten Passversuch auf links von Thomas Fischer, der statt Benjamin Genttner die Füße eines Blau-Weißen fand, schaltete die Heimelf blitzschnell um und Schmidt erzielte das 3:0 (65.). Gelb-Blau versuchte es dennoch weiter und kam durch Genttner zum 1:3, nachdem Matthes einen schönen Schlenzer von Niko Knapp unterschätzt hatte. Der Ball prallte vom Lattenkreuz zurück ins Feld, wo Genttner per Kopf aus sieben Metern einnicken konnte (70.). Danach versuchte Phönix weiterhin alles, kam aber nur noch zu zwei Halbchancen: Zunächst verfehlte ein 19-Meter-Schuss von Flavio Knapp das Ziel, dann rauschten gleich zwei Phönix-Akteure im Zentrum an einer Fischer-Flanke von links vorbei. Auch Illingen kam noch zu zwei Chancen: Nach 82 Minuten verweigerte der Unparteiische einem Tor der Heimelf aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung, dann scheitert Schmidt in der Nachspielzeit mit einem Distanzschuss am Außenpfosten.
Fazit: Aufgrund der ersten Hälfte und der über 90 Minuten besseren Chancenverwertung ein nicht unverdienter Derby-Erfolg für Illingen. Gelb-Blau mit denselben Krankheitssymptomen wie schon in den Spielen zuvor: Vorne nutzt man selbst klarste Chancen nicht, hinten legt man sich die Eier selbst ins Nest und in der ersten Halbzeit verbaut man sich fast schon traditionell durch individuelle Fehler ein besseres Ergebnis. Als einzig Positives gilt es, aus dem Derby die Tatsache mitzunehmen, dass man nach zwei spielerisch schwachen Auftritten zumindest wieder eine Vielzahl hochkarätiger Torchancen generieren konnte. In den nächsten Spielen muss man diese jetzt nur noch nutzen – vielleicht hilft hierbei Rückkehrer Roller. Dann sollte das momentan etwas angekratzte Selbstvertrauen auch wieder steigen.
Für Phönix spielten:
Wächter – Riede, Brüstle, Körner, Genttner (76. A. Völlnagel) – F. Knapp – Walter (72. Schembri), Fischer – N. Knapp – Christofori, Kamptmann (68. Roller)
Tore:
1:0 L. Knödler (10.)
2:0 L. Knödler (42.)
3:0 Schmidt (65.)
3:1 Genttner (70.)
Gelbe Karten:
Christofori, Brüstle, N. Knapp
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