
2011 / 2012

| Erste: VfL Gemmrigheim - TSV Phönix Lomersheim 1:4 (0:3) |
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Phönix stürzt den Spitzenreiter
Da sich die Personalsituation im Laufe der Woche weiter angespannt hatte, war Coach Piayda gezwungen, seine Elf auf einigen Positionen umzubauen. Daniele Morgante saß im Flieger nach Fernost und wird der Mannschaft bis April fehlen. Außerdem mussten Dominik Murnberger und Daniel Münchinger jeweils aufgrund von Sprunggelenksverletzungen passen. Darüber hinaus war der Einsatz von Sven Kamptmann lange fraglich, er konnte nach dem Warmmachen jedoch kurzfristig grünes Licht geben. So rückte Arne Körner für Morgante in die Innenverteidigung, Alexander Riede kehrte nach abgeklungener Grippe wieder auf seine Stammposition als rechter Außenverteidiger zurück und Benjamin Genttner gab den linken Außenverteidiger. Eros Schembri komplettierte die Sturmreihe und Sören Christofori rückte dafür auf die 10er-Position zurück.
Flügelzange packt zu: Fischer-Doppelpack und Walter-Kopfball bringen Pausenführung
Nach der Enttäuschung vom letzten Sonntag hatte sich die Piayda-Elf viel vorgenommen und wollte beweisen, dass man deutlich besser zu spielen vermag. Von Anfang an war im Gemmrigheimer Wasenstadion dann auch eine geschlossene Einheit zu sehen, die die Scharte aus Bissingen unbedingt auswetzen wollte. Vom Anpfiff weg zeigte sich Phönix hellwach in den Zweikämpfen und stets gefährlich. Nach 60 Sekunden verlängerte Sören Christofori per Kopf auf Sven Kamptmann, der nur noch per Foul gestoppt werden konnte und in der Folge gegen Niko Knapp ausgetauscht werden musste. Den fälligen Freistoß trat Michael Walter, doch der Gemmrigheimer Torhüter konnte parieren (2.). Phönix blieb weiter tonangebend und ging in der 8. Minute in Führung: Niko „Zizou“ Knapp bediente halb-links mit einem schönen Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr Tommy Fischer, der seinen Gegenspieler umkurvte und überlegt in die lange Ecke zum 0:1 einschob. Gut fünf Minuten später rollte ein Lomersheimer Konter in Richtung Tor der Heimmannschaft, doch der finale Pass von „Wee-Man“ Schembri fand keinen Abnehmer. In der Folge fand auch Gemmrigheim etwas besser ins Spiel, konnte aber noch keine Torgefahr entwickeln. Ganz anders Gelb-Blau: Tommy „Arjen“ Fischer ließ sich auch von vier Verteidigern nicht stoppen und schoss mit links scharf auf das Tor. Sein Geschoss konnte der Gemmrigheimer Keeper nur abklatschen und Michael Walter wuchtete den Ball in bester Rudi-Völler-Manier per Flugkopfball über die Linie (0:2, 23.). Drei Minuten später setzte Niko Knapp einen gefühlvollen Heber um Haaresbreite neben das Gästetor, bevor „Diego“ Christofori einen sehenswerten Volley am linken Torwinkel vorbei jagte. Der Tabellenführer investierte in der Folge etwas mehr, wurde dabei jedoch nur zweimal wirklich gefährlich: Zunächst ging ein Schuss nach schöner Eckballvariante links am Tor vorbei, dann parierte Sascha „Katze“ Wächter nach einem Ballverlust am eigenen Sechzehner glänzend. Vor der Pause wurde Phönix allerdings wieder druckvoller und wurde umgehend belohnt. Eine Fischer-Ecke gelangt zu Walter, der steckt im Strafraum durch zu Niko Knapp und dieser wird unsanft von den Beinen geholt – ein Pfiff und der Mann in schwarz zeigte auf den Punkt: Elfmeter. Thomas Fischer übernahm die Verantwortung und verlud den Keeper eiskalt – das 0:3 zum psychologisch richtigen Zeitpunkt (42.). Mit diesem unerwartet klaren Ergebnis ging es dann auch in die Kabinen.
Phönix legt durch Christofori nach
In der Halbzeit hatte man sich noch mal neu gesammelt, um die Führung sicher nach Hause zu bringen, denn man war gewarnt: Vor einigen Wochen hatte der heutige Gegner in Rosswag gar einen 0:5-Rückstand noch aufgeholt. Nach der Pause übernahm die Heimelf wie erwartet die Initiative und versuchte den Anschlusstreffer zu erzielen. Meist war allerdings bei Defensivstratege Flavio „Sami“ Knapp oder der starken Innenverteidigung mit Sören „Rio“ Brüstle und „Lucio“ Körner Endstation. Und wenn doch mal ein Grün-Weißer mit Ball durchkam stand ihm noch ein blendend aufgelegter Tor-Wächter im Weg. So blieb Gemmrigheim zwar optisch überlegen, kam aber aus dem Spiel heraus zu keinerlei echten Torchancen. Lediglich die Standards sorgten gelegentlich für etwas Gefahr. In Minute 62 wusste sich ein gegnerischer Abwehrspieler im Luftduell gegen Niko „High-Tower“ Knapp nur mit einem Foul zu helfen – Freistoß für Phönix aus dem Halbfeld. Die Freistoßflanke von Tommy Fischer rutschte einem Verteidiger der Heimelf über den Scheitel. Söri Christofori bedankte sich und ließ dem Keeper im Eins-gegen-Eins mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke keine Chance – die Entscheidung (0:4, 62.). Gemmrigheim steckte dennoch nicht auf und versuchte nochmals alles. Doch es änderte sich nichts am Geschehen: Die Heimelf spielte ansehnlich ohne jedoch zwingende Aktionen zu generieren. Phönix stand nun tiefer und setzte auf Konter. So setzte der eingewechselte Stephan Liegmann in der 70. Minute mit einem schönen Pass in die Tiefe Tommy Fischer in Szene, der zwei Verteidiger mit Beinschüssen narrte, dann aber zu ungenau in den Rücken der Abwehr spielte, wo Nik Knapp und Michael „Fanta“ Walter freistehend gelauert hatten. Fünf Minuten später Gestocher im Phönix-Strafraum, der Grün-Weiße Angreifer fällt nach einem Zweikampf mit Arne Körner plötzlich wie vom Blitz getroffen um und der sonst sehr überzeugende Schiedsrichter darauf herein – Elfmeter für Gemmrigheim. Diesen verwandelt Simon Mozer sicher zum Ehrentreffer (1:4, 75.). In der Folge wirft Gemmrigheim alles nach vorne. Phönix wechselt noch mal aus: Coach Piayda kommt für den mit einer Wirbelblockade spielenden Flave Knapp. Phönix kommt jetzt nur noch zu wenigen Konterchancen, die man jedoch meist nicht mehr sauber zu Ende spielen kann. Das Hauptaugenmerk gilt nun eindeutig der Defensive. Dies gelingt so gut, dass der bis dahin noch ungeschlagene Spitzenreiter nur noch einmal gefährlich zum Abschluss kommt. Doch erneut ist Wächter auf dem Posten und fischt den Ball aus der unteren Ecke. Nach sieben Minuten Einsatzzeit verabschiedet sich Claus Piayda gleich wieder: Nach einem Ballverlust im Aufbauspiel opfert er sich mit einem taktisch klugen Foul für seine Mannschaft und sieht die Ampelkarte (90.). Die anschließende zweiminütige Nachspielzeit spielt Phönix ruhig herunter, so dass die Partie mit einem 1:4 für die Elf vom Wässerle zu Ende geht.
Fazit: Ein hochverdienter Auswärtssieg beim bisherigen Spitzenreiter nach einer herausragenden Mannschaftsleistung. Gelb-Blau stellte über 90 Minuten gesehen die zwingendere Mannschaft und hatte die klareren Torchancen. Selbst in Drangphasen der Heimmannschaft behielten die Piayda-Schützlinge stets kühlen Kopf und blieben mit Kontern immer gefährlich. Auf dieser Leistung gilt es die kommenden Spiele weiter aufzubauen.
Für Phönix spielten:
Wächter – Riede, Brüstle, Körner, Genttner – F. Knapp (83. Piayda) – Walter, Fischer – Christofori – Kamptmann (2. N. Knapp), Schembri (60. Liegmann)
Tore:
0:1 Fischer (8.)
0:2 Walter (23.)
0:3 Fischer (42., FE)
0:4 Christofori (62.)
1:4 S. Mozer (75., FE)
Gelbe Karten:
Christofori
Fischer
F. Knapp
Piayda
Riede
Gelb-rote Karte:
Piayda
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